26.1.12

Andacht - Charles Baudelaire


Sei weise, Sorge, lass dich nicht erregen
du wolltest Abend, er bricht an, ist da.
Wenn dunkle Schleier sich auf Dächer legen
ist einem Frieden, andren Sorge nah.
Wenn sich die viehisch grobe Menschenmenge
vom Henkersknecht Genuss gepeitscht zum Fest
hin drängt, nur Reue erntet, Narrenzwänge,
gib, Kummer mir die Hand, geh mit nach West
weit weg von hier. Sieh, wie die toten Jahre
im alten Kleid am Himmelssöller hängen,
Bedauern lächelnd aus der See aufsteigt.
Die Sonne stirbt, liegt unter Bogengängen
und hör nur wie als Tuch der Totenbahre
von Ost nach West die tiefe Nacht sich neigt.

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